Leitbild & Ziele

Inhalte des Leitbildes

Vor inzwischen schon einigen Jahren (im Frühjahr 2001) haben sich die Würzburger CAJlerInnen mal hingesetzt, um zusammen zu fassen, nach welchen Leitlinien und Zielen wir arbeiten. Das Leitbild stellt somit auch die Grundlage unseres Handelns dar.

Ein paar Bemerkungen vorweg

Die Christliche Arbeiterjugend (CAJ) in der Diözese Würzburg hat sich in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt. Es sind neue Formen und Angebote entstanden. Neue Generationen von Verantwortlichen verleihen der Jugendbewegung Profil. 

Es ist gut, von Zeit zu Zeit inne zu halten und sich selbst zu vergewissern:
- Worum geht es uns eigentlich?
- Was ist das Wesentliche an der CAJ?
- In welche Richtung soll es weitergehen?
Diese Fragen stehen auch deshalb an, weil sich die wichtigsten Bezugspunkte der CAJ verändern: Die Bedürfnisse und Interessen von Jugendlichen wandeln sich. Die gesellschaftliche Bedeutung von Arbeit ist im Umbruch. Kirche und christlicher Glaube geraten bei jungen Menschen mehr und mehr ins Abseits.

 

Das folgende "Leitbild" ist Ergebnis einer solchen Selbstvergewisserung. Es soll der Orientierungsrahmen für die weitere Entwicklung der CAJ in der Diözese Würzburg sein. An seinen Aussagen ist das zukünftige Handeln zu messen.

Geschrieben und beschlossen wurde das Leitbild von der CAJ-Diözesanleitung. Eine kritische Auseinandersetzung damit ist erwünscht.

Das Leitbild setzt voraus, dass sich die CAJ am Evangelium Jesu Christi ausrichtet und sich in der katholischen Kirche beheimatet weiß. Wurzeln und Tradition der CAJ werden nicht im Einzelnen dargestellt und in ihrer Bedeutung für das heutige Selbstverständnis hervorgehoben. Wer aber beispielsweise die Beweggründe und Ideale des CAJ-Gründers Kardinal Joseph Cardijn kennt, wird sie auch so problemlos in den Leitbildaussagen wiedererkennen.

Zugunsten der leichteren Lesbarkeit wurde auf ein Ausgleich männlicher Sprachformen verzichtet. Wo es sich anbietet, soll das großgeschriebene "I" signalisieren, dass im Allgemeinen immer beide Geschlechter gemeint sind (z. B. CAJlerInnen).

 

CAJ: Wer für wen?

In der CAJ machen in erster Linie Jugendliche mit, die schon oder demnächst im Arbeitsleben stehen. Dabei ist uns jeder wichtig, unabhängig von Beruf der Eltern, Schulbildung oder Outfit. Gerade wer nicht im Mittelpunkt gesellschaftlicher Anerkennung und Chancen steht, findet bei uns seinen Platz. 

Darüber hinaus sind wir offen für alle jungen Menschen, die auf der Suche nach Gemeinschaft und Orientierung sind. Bei uns ist jeder willkommen, der sich mit seinen Fähigkeiten einbringen will.

Die CAJ wendet sich auch an Jugendliche, die keinen Zugang zum christlichen Glauben oder zur katholischen Kirche haben.

Worum geht's

Im Zentrum unserer Arbeit stehen die Einzigartigkeit und die Würde jedes einzelnen jungen Menschen. Jeder wird ernstgenommen, darf sein wie er ist und kann auf diese Weise seinen Wert als Person entdecken.

In der CAJ gibt es Raum und Anregung, um sich als Person in vielerlei Hinsicht weiterzuentwickeln: Die eigene Lebenssituation reflektieren, soziale Kompetenzen erwerben, aufgeschlossen werden für andere Menschen und neue Ideen, Verantwortung übernehmen, spirituelle Erfahrungen machen, sich politisch einmischen.

Wir unterstützen Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf und greifen ihre Interessen und Bedürfnisse auf.
Wir begleiten Jugendliche auf ihrer Suche nach Orientierung und Sinn. Der christliche Glaube wird dabei zu einem erfahrbaren und lebendigen Angebot. 

Wir machen Mut zur Veränderung bzw. zur Mitgestaltung von Gesellschaft und Politik.

Wir treten dafür ein, dass jeder Mensch unabhängig von Erwerbsarbeit oder Vermögen gesehen wird und sein Recht auf ein menschenwürdiges Leben erhält. Wir setzen uns ein für Gerechtigkeit und Chancengleichheit - hier bei uns und in der ganzen Welt. Unsere Hoffnung ist eine lebenswerte Zukunft.

Das ist typisch!

Die CAJ geht vom Leben aus. Wir setzen bei den Alltagserfahrungen junger Menschen, bei ihren Wünschen und Sehnsüchten an. Das Bedürfnis nach Spaß und Erlebnis hat bei uns ebenso seinen Platz wie das Bedürfnis nach Anerkennung und Freundschaft.


Die CAJ ist eine aufsuchende und abholende Bewegung. Wir warten nicht nur darauf, dass Jugendliche zu uns kommen. Wir gehen mit unserem Angebot aktiv auf sie zu.

In der CAJ bringt sich jeder entsprechend seiner Fähigkeiten ein. Über den Weg "Vormachen - Mitmachen - Nachmachen!" trauen wir jedem Jugendlichen zu, Verantwortung zu übernehmen - für sich selbst und für andere.

Die Methode "Sehen - Urteilen - Handeln" ist auch heute noch eine wesentliche Methode der CAJ. Auf diese Weise lernen wir, uns eine eigene Meinung zu bilden und Veränderungen anzupacken.

Die CAJ regt Aktionen an, um Solidarität und Mut erlebbar zu machen. Wir tragen damit gleichzeitig unsere Anliegen nach außen und ermöglichen "Bilden durch Tun".

Wir bringen die christlichen Wurzeln mit unserem Lebensgefühl und unserer Alltagserfahrung zusammen. Unsere Religiösität zeigt sich zuallererst in ehrlichem, bewusstem und aufrechtem Leben sowie in unserem Einsatz für andere Menschen.

Wir sind Teil einer internationalen Bewegung. Internationale Solidarität und partnerschaftliche Kontakte sind für uns selbstverständlich.

Männer und Frauen sind in der CAJ gleichberechtigt und haben zugleich Raum für ihre jeweils eigenen Bedürfnisse und Ausdrucksformen. 

In der CAJ schaffen wir demokratische und dienende Strukturen. Jugendliche lernen bei uns, ihre Interessen einzubringen und mitzubestimmen.

Und so wird's konkret!

Die CAJ bietet ein breite Vielfalt an Erfahrungsräumen. Sie bietet Heimat, Erlebnis, Bildung und Aktion, so dass jeder das finden kann, was seinen Bedürfnissen entspricht. Alle Formen der CAJ zeichnen sich dadurch aus, dass die Verantwortlichen aktiv auf die jeweilige Zielgruppe zugehen:

In Gruppen und Treffs vor Ort erleben Jugendliche gegenseitiges Interesse und gemeinschaftliche Freizeitgestaltung. Sie können ihre Bedürfnisse einbringen und kommen in Kontakt mit den Erlebnis- und Bildungsangeboten der CAJ.

Die CAJ führt mit einer Vielzahl von Schulklassen "Tage der Orientierung" durch. Durch diesen Dienst erhalten in erster Linie HauptschülerInnen die Chance, neue und belebende Erfahrungen zu machen. Sie werden ermutigt, sich und ihr Leben in den Blick und in die Hand zu nehmen. Gleichzeitig entstehen Beziehungen zu CAJlerInnen. Durch Kontakte im Anschluss an die "Tage der Orientierung" erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit, weitere Angebote der CAJ zu nutzen.
In "CAJ-Arbeitsgemeinschaften" schließen sich CAJlerInnen zusammen, um in einer vertrauten Gruppe ihre Alltagserfahrungen zu reflektieren und neue Orientierung für die Lebensgestaltung zu finden.
 

Einen wichtigen Platz nehmen die erlebnisorientierten Angebote der CAJ ein. Ob Sommertour oder Pfingstcamp, Gruppenwochenenden, Outdoor-Aktivitäten oder Musikwochenende: Es sind Versuche, den Wünschen und Sehnsüchten Jugendlicher Raum zu geben. Sie können gemeinschaftlichen Spaß erleben, neue Freunde gewinnen, Kreativität und Fähigkeiten entwickeln.


Die CAJ bietet ein Experimentierfeld für die persönliche Sehnsucht nach Sinn und lebendiger Religiosität. Trotz weit verbreiteter und zum Teil tiefgehender Ablehnung kirchlicher oder christlicher Ausdrucksformen gelingt es in "Lebensfeiern" neue Brücken zu bauen. Wichtige Punkte dieser Gottesdienstform sind eine alltagsnahe Sprache, eine stimmige Atmosphäre, gemeinsame Erfahrungen sowie griffige Symbole und Rituale. Veranstaltungen mit ausgesprochen spirituellem Charakter (wie z. B. "Tankstelle" und "Vitamin C") lassen erfahren, wie die christliche Botschaft zu einem erfüllten Leben beiträgt.

In der CAJ legen wir großen Wert auf die Bildung und Begleitung unserer Verantwortlichen. Sie haben die Möglichkeit sich kontinuierlich und entsprechend ihrer Interessen weiterzubilden und weiterzuentwickeln. Dabei stehen sie als Person und nicht in ihrer Funktion für die CAJ im Mittelpunkt. Besonders deutlich wird dies in der persönlichen Begleitung wie zum Beispiel im Projekt "Hebebühne". Aber auch die ein- oder mehrtägigen Bildungsseminare (Pur, Gruppenleiterseminare, Bildungsfahrten etc.) bieten den Verantwortlichen die Chance, selbst das zu erleben, was sie an andere Jugendliche weitergeben wollen.

Wir greifen aktuelle gesellschaftliche Themen auf, die Jugendliche betreffen, und organisieren dazu Aktionen, die direkte Beteiligung ermöglichen. Auf immer neue Weise versuchen wir das Thema "Zukunft von Arbeit und Leben" ins Bewusstsein unserer Mitglieder und der Öffentlichkeit zu bringen.

Die intensive Partnerschaft und der Austausch mit dem Jugendverband der Diözese Mbinga (Tansania) lässt internationale Freundschaft und Solidarität konkrete Wirklichkeit werden. Sie bringt unsere Offenheit und Achtung für andere Menschen zum Ausdruck, die keine nationalen, rassistischen oder materiellen Schranken kennt.

Durch unsere Zeitschrift "Äktsch'n", durch die Präsenz im Internet, durch den Jahresbericht und durch regelmäßige Öffentlichkeitsarbeit geben wir Einblick in die Aktivitäten und Ziele der CAJ - sowohl für die Mitglieder unserer Bewegung als auch für die interessierte Öffentlichkeit.

Die Leitungsteams und Versammlungen der CAJ sind so gestaltet, dass ein Höchstmaß an Transparenz und Mitbestimmung möglich ist. Die Entscheidungsebenen sind offen für neue Leute und für neue Ideen. Frauen und Männer tragen gemeinsam und gleichberechtigt Verantwortung.

 

Wesentliche Bereiche des CAJ-Engagements werden von ehrenamtlichen jungen Leuten getragen. Sie werden dabei von den CAJ-Hauptamtlichen unterstützt. Die Zusammenarbeit zwischen ehren- und hauptamtlichen CAJlerInnen zeichnet sich durch Gleichberechtigung und Partnerschaftlichkeit aus.

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